Pressemitteilung: 25 Jahre sichtbar machen, was andere nicht sehen können

Bruker Alicona feiert

Veröffentlicht am 15.04.2026

Seit 25 Jahren treibt Bruker Alicona Innovationen in der optischen Messtechnik voran und hat Fokus-Variation von einem Forschungsdurchbruch zu einem etablierten Industriestandard entwickelt, der präzise 3D-Oberflächenmessungen in Branchen weltweit ermöglicht.

Wie die Fokus-Variation die optische 3D-Oberflächenmesstechnik vom Forschungsthema zum Industriestandard gemacht hat

Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre beschäftigte sich an der Graz University of Technology eine kleine Gruppe von Forschern und Studierenden mit einer Frage, auf die es damals keine industrielle Antwort gab: 

Wie lassen sich zuverlässige 3D-Informationen aus optischen Bildern gewinnen – nicht nur im Labor, sondern unter realen Bedingungen?

Das Prinzip der Fokus-Variation entstand genau in diesem Umfeld – nicht als Produktidee, sondern aus der Forschung heraus. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurden erste funktionsfähige Ansätze entwickelt. Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten: Innerhalb weniger Tage liefen erste Algorithmen, wenige Wochen später war klar, dass das zugrunde liegende Prinzip tragfähig ist. Was zu diesem Zeitpunkt niemand absehen konnte: Diese Methode würde die optische Oberflächenmesstechnik nachhaltig verändern.

Im April 2001 wurde aus dieser forschungsgetriebenen Entwicklung ein Unternehmen: Alicona – heute Bruker Alicona, Teil der Bruker Corporation.


Von der Forschung zur Anwendung: ein reales industrielles Problem

Zur damaligen Zeit klaffte in der Oberflächenmesstechnik eine Lücke. Taktile Messsysteme lieferten präzise Ergebnisse, stießen jedoch bei komplexen Geometrien, steilen Flanken und empfindlichen Oberflächen an ihre Grenzen. Optische Verfahren waren schneller, erwiesen sich jedoch außerhalb kontrollierter Bedingungen oft als zu instabil. Gesucht war kein weiteres Messverfahren – sondern eines, das zuverlässig funktioniert. Genau hier setzte die Fokus-Variation an. Durch die Auswertung der Schärfeinformation entlang der optischen Achse ermöglicht die Methode die Erfassung hochauflösender 3D-Oberflächendaten – unabhängig von Materialeigenschaften und geeignet für steile Flanken.

Der entscheidende Unterschied lag jedoch nicht nur im Prinzip selbst, sondern im Anspruch dahinter:

"Wir wollten kein Verfahren entwickeln, das nur unter Idealbedingungen funktioniert. Unser Ziel war immer, es in der Industrie einsetzbar zu machen", so Franz Helmli, einer der ersten Entwickler bei Alicona und heute R&D Director.


Etwas aufbauen, das es so noch nicht gab

Die Anfangsjahre waren nicht strukturiert – sie waren getrieben. Es gab keine Blaupause, keine klaren Abgrenzungen zwischen Entwicklung, Aufbau und Anwendung. Systeme wurden von denselben Personen entworfen, gebaut, getestet und weiterentwickelt – oft im selben Raum. Der Fortschritt war schnell, aber selten geradlinig. Systeme wurden aufgebaut, getestet, wieder zerlegt und neu aufgebaut – manchmal mehrmals am selben Tag.

"Wir waren ein kleines Team, ein paar Leute, die alles gleichzeitig gemacht haben – Software, Hardware, Integration. Es gab keine Abteilungen. Man hat einfach gemacht, was gerade notwendig war", beschreibt Hannes Steinke, heute Head of Infrastructure bei Bruker Alicona.

Auch er gehörte zu denjenigen, die sich in einer Messtechnik-Vorlesung von Firmengründer Stefan Scherer kennengelernt hatten, direkt von der TU Graz ins Start-up wechselten – und dem Unternehmen bis heute treu geblieben sind.

Und dennoch: Schritt für Schritt reifte die Technologie. Aus ersten Prototypen entstand mit InfiniteFocus die erste echte Produktgeneration. Fokus-Variation entwickelte sich vom experimentellen Aufbau zu einem industriell einsetzbaren Messsystem.


Der strategische Wendepunkt: vom Projekt zum Produkt

Mitte der 2000er-Jahre fiel eine Entscheidung, die alles veränderte: Keine Projekte mehr. Produkte.

Bis dahin war die Entwicklung stark von individuellen Kundenanforderungen geprägt. Der Wechsel zu standardisierten Systemen bedeutete einen fundamentalen Umbruch: Skalierbarkeit, Vergleichbarkeit und industrielle Reproduzierbarkeit wurden zur Grundlage. Es war nicht nur eine strategische Entscheidung – es war der Schritt, der aus einer Technologie ein Produkt machte.

Mit Systemen wie InfiniteFocus und EdgeMaster wurde Fokus-Variation:

Damit war der Grundstein für weiteres Wachstum gelegt.

 
Als der Markt reagierte

Der Moment, in dem klar wurde, dass es sich nicht nur um eine vielversprechende Technologie handelt, kam nicht intern. Er kam auf einer Messe. Bei einer der frühen Control-Ausstellungen – vermutlich um 2004 in Sinsheim – war Franz Helmli eigentlich nur für den Aufbau der Systeme vor Ort. "Alles lief, ich hatte meine Sachen schon gepackt und wollte eigentlich wieder abreisen", erinnert er sich.

Dann kam der Anruf. "Stefan Scherer hat mich zurückgeholt: ‚Bleib noch einen Tag.‘ Der Stand war voll – komplett voll. Unser Team kam mit den Besuchern nicht mehr nach." Was folgte, war alles – nur keine geplante Produktpräsentation. Helmli organisierte sich kurzfristig Sakko und Krawatte und sprang ein. "Keine Vorbereitung, kein Skript – einfach erklären, von Gespräch zu Gespräch. Und es hat nicht aufgehört."

Aus einem Tag wurden zwei. Aus zwei wurden drei. Rückflüge wurden verschoben – immer wieder.

"Du bist mit einem Gespräch fertig geworden und der Nächste stand schon da. Irgendwann denkst du nicht mehr über die Zeit nach – du machst einfach weiter." Und irgendwo zwischen Messprinzip, Fragen und permanentem Andrang wurde klar: "Das ist nicht nur interessant. Das wird gebraucht."

Was in Sinsheim passierte, war mehr als ein erfolgreicher Messeauftritt. Es war der Moment, in dem eine Technologie die Schwelle überschritt – von "machbar" zu "nicht mehr wegzudenken".


Wachstum: vom kleinen Team zum globalen Player

Aus einem kleinen Team – geprägt durch gemeinsamen akademischen Hintergrund – entstand über die Jahre ein international agierendes Unternehmen. Viele der frühen Mitarbeiter hatten gemeinsam studiert, entwickelt und die ersten Systeme aufgebaut. Diese Dynamik prägte die Entwicklung nachhaltig.

Heute ist Bruker Alicona in Branchen wie folgenden etabliert:

Messsysteme haben den Weg aus isolierten Messräumen in die Produktion gefunden – und sind zunehmend Teil automatisierter Fertigungsprozesse.


Heute: Teil von Bruker – mit unverändertem Anspruch

Die Fokus-Variation hat sich zur Advanced Focus Variation weiterentwickelt. Das Portfolio wurde kontinuierlich ausgebaut: InfiniteFocus in der sechsten Generation, optische Koordinatenmessgeräte, FocusX, Automatisierungslösungen und OEM-Sensoren. Was sich nicht verändert hat, ist der Anspruch: "Es geht immer noch darum, Grenzen zu verschieben – bessere Genauigkeit, neue Anwendungen, Dinge zu lösen, die bisher nicht lösbar waren", sagt Reinhard Danzl, Head of Tech Team. "Langweilig wurde es nie."
 

25 Jahre – und kein Stillstand in Sicht

Im Mai feiert Bruker Alicona gemeinsam mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern sein 25-jähriges Bestehen. Aus einem Start-up ist ein Industriestandard geworden – der Antrieb dahinter ist jedoch derselbe geblieben. Es ging nie darum, einen Punkt zu erreichen und stehen zu bleiben. Sondern immer darum, weiterzugehen: Genauigkeit zu verbessern, Anwendungen zu erweitern und neue Herausforderungen zu lösen. Und das hat sich nicht geändert. Das Jubiläum ist daher nicht nur ein Rückblick – sondern auch ein Ausblick. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Der nächste Schritt wird einmal mehr zeigen, was die vergangenen 25 Jahre geprägt hat – Bestehendes infrage stellen und Messbares neu denken. Denn am Ende bleibt die zentrale Frage:

Wie macht man messbar, was andere nicht einmal sehen können?

Bruker Alicona - 25 Jahre sichtbar machen, was andere nicht sehen können

InfiniteFocus G1

InfiniteFocus G1 (2003)

InfiniteFocus G3

InfiniteFocus G3 (2005)

InfiniteFocus G6 - as of today

InfiniteFocus G6 - heute

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